Schamanismus 

Schamanismus hat seine Wurzeln in altem, über Generationen tradiertem Heilwissen der Menschheit und ist verankert in einer umfassenden Kosmologie, einer Sicht und Wahrnehmung der Welt(en), die weit über die Grenzen materieller Gegebenheiten hinausreicht. In unterschiedlichen Ausprägungen ist er in allen Teilen der Erde anzutreffen.

Der Begriff „Schamanismus“ leitet sich von tungusisch šaman (= jemand, der bewegt, erhoben ist) her. Hierbei mag es sich um eine Ableitung von der ostsibirischen Wurzel ša- mit der Bedeutung „denken, wissen“ handeln. Auch der Herleitung von einem altindischen Wort mit der Bedeutung „sich erhitzen, mit Hitze und Feuer arbeiten“ begegnet man immer wieder.

Dem Schamanen kommt in Naturvölkern traditionell die Rolle des ‚Balancehalters’ im Dorf zu, er sieht sich verantwortlich für das energetische Gleichgewicht des Ortes, an dem er lebt, und der Menschen, für die er wirkt. Ein Gleichgewicht, das Mensch, Natur und Kosmos berücksichtigt. Ein Gleichgewicht, das von der Verbundenheit aller Dinge ausgeht und sie in Harmonie und Ausgewogenheit hält bzw. die Balance wieder herstellt.

Schamanen und Schamaninnen sind Heiler, sind Hüter der Erde und Hüter des Wissens, sind Reisende zwischen den Welten. In heutiger schamanischer Praxis suchen sie die tradierten Aufgaben mit aktuellen Anforderungen und Gegebenheiten der modernen westlichen Gesellschaft zu verbinden.

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